Tanz auf zwei Hochzeiten – Erst Traualtar dann Trainerbank

Am Freitag muss sich der BAK bei Wacker Nordhausen beweisen. Der aktuelle Tabellensechste hat nach 13 Spieltagen bereits eine turbulente Saison hinter sich. Noch vor Ligastart machte Wacker durch prominente  Neuverpflichtung auf sich aufmerksam, ehe  nach nur sieben Spielen ein Trainerwechsel folgen sollte.

Mit Marco Sailer und Maurizio Gaudino wechselten gleich zwei im Fußballjargon bundesweit bekannte Namen zu den Nordhäsuern. Sailer, der wohl bekannteste Bart Fußballdeutschlands, kam aus der 1. Bundesliga vom SV Darmstadt. Neben ihm wurde mit Maurizio Gaudino ein weiteres bekanntes Gesicht für eine leitende Position in die Stadt am Südrand des Harzes gelockt – er bekleidet das Amt des Sportdirektors. Neben Sailer und Gaudino schloss sich auch der ehemalige Hansa Rostock-Profi Zafer Yelen Nordhausen an. Er kam vor der Saison vom BAK, wo er knapp den Meistertitel verpasst hatte und zu den Leistungsträgern zählte.

Mit großen Vorschusslorbeeren in die Spielzeit gestartet, zeichnete sich aber schnell ein keineswegs positives Bild ab. Zwar konnte man gleich drei der ersten vier Partien für sich entscheiden, allerdings folgte dann eine Negativserie von drei deutlich verlorenen  Spielen (0:5 gegen Viktoria, 0:3 gegen BFC Dynamo, 1:3 gegen Schönberg). Die sportliche Talfahrt blieb nicht ohne Konsequenzen. Chefcoach Joe Albersinger musste seinen Hut nehmen. Kult-Keeper Tomislav Piplica, der während seiner aktiven Zeit 140 Erst- und Zweitligapartien für Energie Cottbus absolvierte wurde vom Torwarttrainer zum Cheftrainer befördert. Als Übergangslösung eingeplant überzeugte der Bosnier die Verantwortlichen mit sieben Punkten aus den ersten drei Begegnungen. Mittlerweile sitzt die Torwart-Legende seit sechs Regionalliga-Spieltagen bei Wacker auf der Trainerbank – eine Niederlage musste er bisher noch nicht hinnehmen. Gegen Ligaprimus Jena erarbeiteten sich seine Schützlinge ein 0:0, gegen Fürstenwalde rettete man sich in der Nachspielzeit einen Punkt beim 3:3. Am zurückliegenden Spieltag gab es ein ähnliches Spektakel. Gegen Ligaschlusslicht Neustrelitz setzten sich die Randharzer durch ein Last-Minute-Tor von Sailer mit 4:3 durch. Angesichts der bisherigen Saisonleistung der TSG (18. Platz, 1 Punkt, 10:35 Tore) spricht das zwar nicht unbedingt für eine überragende spielerische Leistung von Wacker dennoch sind die Punktgewinne in letzter Sekunde Indikatoren für Kampfesgeist und Moral. Diesen Tugenden muss sich der BAK am Freitag nun stellen.

Mit sechs Siegen aus den letzten sechs Begegnungen und dem damit verbundenen Tabellenplatz zwei, gehen die Hauptstädter als Favorit in die Auswärtspartie. Nachdem man am zurückliegenden Spieltag einen knappen 2:1-Sieg über den FSV Luckenwalde einfahren konnte, folgte drei Tage später ein ungefährdetes 4:1 über den Landesligisten 1.FC Internationale Berlin, wodurch die Mannen von Jörg Goslar ins Achtelfinale des Berliner-Pilsener-Pokals einzogen. Zwei Tage nach der Pflichtaufgabe unterlag man in einem Testspiel dem Zweitligisten Dynamo Dresden, in dem man munter mitspielte, mit 2:4. Aus dem Rhythmus sind die Athleten während die Liga pausierte also nicht gekommen.

Auch Verletzungen gibt es keine neuen zu beklagen. Weiterhin fehlen Hellwig, Gündüzer, Flauder, Lichte, Hasse und Chahed. Letzterer nahm nach seinem Kreuzbandriss, den er vor der Saison erlitten hatte, unter der Woche erstmals wieder am Training teil.

Bereits am Donnerstag reist die Mannschaft nach Nordhausen, um sich dort auf die Partie vorzubereiten. Nicht mit dabei sein wird Cheftrainer Jörg Goslar. Der gebürtige Bremer wird kurz vor Spielbeginn zur Mannschaft stoßen, nachdem er vorher der Hochzeit seiner Tochter beiwohnen wird. Doch nicht nur deswegen ist der 18.11. ein besonderer Tag für Goslar. Er kehrt auch an seine ehemalige Wirkungsstätte zurück – In Nordhausen war er knapp vier Jahre als Trainer aktiv.