Blitzstart von starkem Jena lähmt BAK

Es war das Spiel, für das sich der BAK so viel vorgenommen hatte. Im Duell mit Spitzenreiter Jena sollte und musste unbedingt ein Sieg her, um im Kampf um die Meisterschaft weiter ein Wörtchen mitzureden. Doch alles kam anders als erwartet und die Athleten erwischten eine rabenschwarze erste Halbzeit.

Gerade einmal drei Minuten waren gespielt, da traf der Jubel der knapp 500 mitgereisten Jena-Fans im Gästeblock die Hauptstädter ins Mark. Nach einem Angriff über die Linke Seite von Jena gelang es BAK-Verteidiger Mühlbauer nicht, eine halbhohe Hereingabe zu klären. Dominik Bock, der bereits beim 3:0 in der Hinrunde gegen den BAK das 1:0 erzielt hatte, kam an den Ball, umkurvte Keeper Flauder und schob zum 1:0 für die Gäste ein (4.). Der BAK zeigte sich geschockt, Jena rannte weiter an. Nur kurze Zeit später parierte Flauder einen Freistoß von Erlbeck aus 18 Metern und verhinderte so das 0:2 aus Berliner Sicht. Dies tat dem Offensivdrang der Thüringer jedoch keinen Abbruch. Nach einem erneuten schnellen Spielzug über die Flügel fand eine Flanke von Jenas Sucsuz Stürmer Timmy Thiele, dessen Direktabnahme, zum Glück für den BAK, an den Querbalken donnerte. Die Hausherren konnten in dieser Phase kaum für Entlastung sorgen und so kam es, wie es kommen musste. Nach einem Ballverlust, vom sonst so sicheren Kapitän Trapp, in der Vorwärtsbewegung eroberte Eismann den Ball. Das Spielgerät landete bei Jena-Spielführer Eckardt, der am Strafraum den eingelaufenen Thiele in Szene setzte, welcher aus kurzer Distanz nur noch einschieben musste – 2:0 nach 20 Minuten. Der Horrorstart für den BAK war perfekt. Während Jena die vermutlich stärkste Saisonleistung auf den Platz brachte, standen die Hausherren weiter neben sich. In der 42. Minute brachte Aushilfs-Verteidiger Azaouagh, der den verletzten Kahlert vertrat, einen Blau-Gelben im Strafraum zu Falll – Folge: Strafstoß. Torschütze Thiele trat an und versuchte Flauder mit einem frechen Lupfer bloßzustellen, doch dieser hatte was dagegen und schnappte sich den Ball mit einer Hand, um sich anschließend Thiele zur Brust zu nehmen. Erneut Glück für den BAK, dennoch mussten die Hauptstädter mit einem Zwei-Tore-Rückstand in die Kabinen gehen.

Trotz der deutlichen Überlegenheit der Gäste wechselte BAK-Coach Goslar in der Pause nicht aus. Das musste er auch nicht, denn anscheinend fand er die richtigen Worte. Der BAK kam vollmotiviert aus den Katakomben. Dies wurde zehn Minuten nach Wiederanpfiff in etwas Zählbares umgemünzt. Nach einem Pepic-Freistoß kam das Leder zu Yildirim, welcher eine punktgenaue Flanke auf den aufgerückten Außenverteidiger Belegu schlug. Der 1,78m große Kosovare nickte ein – Anschlusstreffer (55.)! Euphorisiert vom frühen Tor ging der BAK auf den Ausgleich. Ein feiner Außenristpass von Pepic in Richtung Slavov, verfehlte der hereingrätschende Torjäger nur um Haaresbreite. Mitten hinein in diese Druckphase setzte Jena dann aber doch den ein oder anderen Nadelstich. So verfehlte ein Lupfer von Thiele nur knapp das leere BAK-Gehäuse, nachdem er Flauder mit dem Heber schon überlistet hatte. Gegen Ende der Partie verlor der Athletik Klub leider wieder etwas den Faden und konnte sich keine nennenswerten Tormöglichkeiten mehr herausspielen. Die Jeneraner hatten jedoch noch nicht genug und so verpasste Niclas Erlbeck nach einem Doppelplass mit Thiele den Gastgebern den K.O. (84.).

Mit der 1:3-Niederlage verabschiedet sich der BAK wohl aus dem Titelrennen. Der Abstand auf Jena beträgt nun 14 Punkte bei einem Spiel weniger. In den 12 ausstehenden Partien werden zwar noch 36 Punkte vergeben, bei der heute gezeigten Leistung ist aber nicht unbedingt damit zu rechnen, dass Carl Zeiss diesen Vorsprung noch aus der Hand geben wird.

Das sagten die Trainer:

Mark Zimmermann (Jena): „Ich bin beeindruckt von der Leistung meiner Mannschaft, besonders in der ersten Halbzeit. Über weite Strecken haben wir in der ersten Halbzeit richtig gut gespielt, hätten vielleicht das dritte Tore machen müssen. Nach dem Anschluss mussten wir uns ein wenig schütteln. Der BAK hat eine hohe Qualität, das hat man nach dem Seitenwechsel gesehen. Dennoch haben wir am Ende verdient gewonnen.“

Jörg Goslar (Berlin): „Jena war uns in der ersten Halbzeit in allen Belangen überlegen. Zur Pause haben wir uns an der Ehre gepackt. Dass man nach dem 1:2 aufwacht, ist normal. Jena spielt die ganze Saison konstant, das bekommen wir nicht hin. Als ich im September gekommen bin, war mein Auftrag, um den Staffelsieg mitzuspielen. Das ist jetzt leider im März schon vorbei.“

 

Aufstellungen:

Berliner AK: Flauder – Mühlbauer, Azaouagh (84., Sagat), Belegu, Trapp– Chahed (77., Yao), Pepic , Yildirim, Zimmer (70., Özcan) – Slavov, Stephan

Carl Zeiss Jena: Koczor – Kühne, Klingbeil, Slamar, Cros – Eismann – Bock, Eckardt (84., Reimann), Sucsuz (49., Wolfram) – Thiele (77., Buval)

Tore:                                  0:1 Bock (4.), 0:2 Thiele (21.), 1:2 Belegu (55.), 1:3 Erlbeck (84.)

Gelbe Karten:                   Azaouagh, Mühlbauer, Thiele, Eckardt

Schiedsrichter:                Felix-Benjamin Schwermer

Stadion:                            Poststadion (Berlin)

Zuschauer:                       1.113