5:2-Torfestival gegen Lokomotive Leipzig

560 Zuschauern wurde bei herrlichstem Fußballwetter im Poststadion ein ordentliches Torfestival geboten. In der Vorwoche vier Tore gegen Hertha II, heute fünf  gegen Lok Leipzig und bereits 52 Punkte nach 32 Spielen in der Regionalliga Nordost. Der BAK spielt zur Zeit wie im Rausch und glänzte am Sonntag gegen die Sachsen mit hervorragender Chancenverwertung.

>> FOTOS ZUM SPIEL VON MEHMET DEDEOGLU<<

Nach anfänglichem Abtasten tauchte nach 8 Minuten urplötzlich der Leipziger Matus Lorincak frei vor Jakubov auf, dieser konnte den Schuss aber mit einem Sensationsreflex abwehren. Beim Nachschuss von Misch stand dann Matus im Weg und Jakubov konnte den Kullerball locker aufnehmen.

Darauf folgte ein Angriff des BAK, der zunächst nicht nach Torgefahr aussah. Yildirim flankte von rechts in den Strafraum, genau auf Pekdemir der volley einen Gewaltschuss auspackte und zum 1:0 traf.

Der BAK ließ nach dem 1:0 nicht locker und attackierte früh. In der 17. Minute kam ein hervorragender Pass in die Schnittstelle zwischen Abwehr und Angriff welchen Sindik nur um einen Schritt verpasste, sonst wäre er frei durch gewesen.

Das Tor war aber nur aufgeschoben. In der zwanzigsten Minute machte Yildirim auf der linken Seite mächtig Dampf, setzt sich an der Leipziger Grundlinie durch und passte mit viel Übersicht in den Rücken der Abwehr auf Tunay Deniz. Dieser verwandelte trocken in die linke Ecke. Leipzigs Torhüter Benjamin Kirsten war an dem Treffer nicht ganz schuldlos, er schien haltbar zu sein.

Der BAK übernahm nun immer weiter das Kommando. Das Ergebnis wurde unterstrichen durch die Feldüberlegenheit. In der 27. Minute kam eine Flanke von Ömer Akyörük in den Strafraum gesegelt, der Goalgetter des BAK Felix Brügmann stand goldrichtig am Elfmeterpunkt und packte einen Kopfball aus ,der direkt unter die Latte passte. Kirsten kam zwar noch mit den Fingern an den Ball, es war aber zu spät. 3:0.

Das Leipzig es auch kann, zeigte dann der direkte Gegenzug. Nach einem Schubser im Strafraum pfiff der Schiedsrichter etwas überraschen Elfmeter- Sascha Pfeffer trat an und verwandelte sicher zum 1:3 aus seiner Sicht.

Das muntere Offensivspektakel setzte sich in der 37. Minute gab es nach einem Tohuwabohu im Leipziger Strafraum eine weitere sehr gute Einschussmöglichkeit. Der Schuss von Küc strich dann aber deutlich über den Leipziger Kasten. Angestachelt durch das schöne Wetter und den Spielstand fing der BAK nun teilweise im Mittelfeld an zu zaubern, nur der letzte Abschluss fehlte. In der 41. Stand dann aber wieder das Kopfballungeheuer Brügmann am richten Punkt. Nachdem der Ball locker und leicht auf den Flügel per one drop Fußball gespielt wurde, segelte die Flanke in den Strafraum und Felix visierte eine Ecke an und traf zum 4:1. Dies war dann auch der in der höhe verdiente Halbzeitstand.

Bedingt durch diesen Rückstand, wechselte Leipzig zur Halbzeit zweimal aus. Neu war unter anderem der Dreifach-Torschütze aus dem Neustrelitz Spiel Ziane. Am Spielgeschehen hat sich aber nichts geändert. Der BAK weiterhin feldüberlegen, kombinierte sich mehrmals schön zum Strafraum durch, blieb aber im Abschluss erfolglos. Die Leipziger Fans gaben zwar Gas, zu ihrem Leidwesen übertrug sich das aber nicht auf die Mannschaft.

Die erste, nennen wir sie mal Torchance, gab es für die Lokomotive in der 58.Minute. Nach einer Misch Flanke kam ein Leipziger frei vor Jakubov zum Kopfball, dieser entwickelte sich aber eher zu einer Rückgabe. Der BAK machte es im direkten Gegenzug nicht besser. Nach einem Pass von links an die Strafraumgrenze, klappte Sindik das Visier herunter, zielte und hätte völlig freie Schussbahn gehabt, säbelte aber über den Ball – vergeben war die Chance.

Zwei Minuten später segelt eine Freistoßflanke in den Leipziger Strafraum, Yildirim wäre fast herangekommen, verfehlte den Ball aber. Die Situation wurde dann doch noch gefährlich, da der Abwehrmann hinter ihm den Ball auf das eigene Tor lenkte. Diesmal hielt Kirsten den Ball aber sicher.

Als das Spiel immer weiter zu einem müden Sommerkick verkam, packte in der 74. Minute Maik Salewski einen Schuss von der Strafraumgrenze aus, der Anschluss zum 2:4 war hergestellt. Dieses Tor schien so ein kleiner Weckruf für Leipzig zu sein. Sie übernahmen nun das Heft des Handelns. Chancen blieben aber vorerst Mangelware, sieht man von einem Freistoß in der 83. Minute aus 18 Metern ab, der aber doch weit am Tor vorbei ging.

In der 88. Minute stellte der BAK den alten 3-Tore-Vorsprung wieder her. Felix Brügmann sagte noch mal „Hallo“ in Form eines gewaltigen Schusses von der Strafraumgrenze, welcher unhaltbar im Tor der Sachsen einschlug. In seinem vorletzten Heimspiel zeigte Felix noch einmal, was der geneigte BAKler ab nächster Saison vermissen wird. Das 5:2 war auch gleichzeitig der verdiente Endstand.

In den letzten beiden Spielen zeigte der BAK was möglich ist, wenn sie ihre Torchancen konsequent nutzen. Am Mittwoch kommt dann der BFC Dynamo zum letzten Heimspiel der Saison ins heimische Poststadion. Fans dürfen sich auf ein Spitzenspiel des Tabellendritten gegen die -vierten freuen.

DIE TORSCHÜTZEN

1:0 (9′) Özer Ozan Pekdemir (6. Saisontor)
2:0 (20′) Tunay Deniz (6. Saisontor)
3:0 (27′) Felix Brügmann (13. Saisontor)
3:1 (31′) Sascha Pfeffer (2. Saisontor, Foulelfmeter)
4:1 (41′) Felix Brügmann (14. Saisontor)
4:2 (74′) Maik Salewski (2. Saisontor)
5:2 (88′) Felix Brügmann (15. Saisontor)

STIMMEN ZUM SPIEL

Markus Zschiesche, Cheftrainer BAK 07: „Der Platz war heute wirklich eine Katastrophe. Bei unserem Spiel ist das am Ende wie ein Handicap für uns. Was die Mannschaft dann daraus macht, ist schon unglaublich. […] Die erste Halbzeit war sehr gut. Wir haben sonst immer Probleme bei der Chancenverwertung. Heute haben wir fast jeden getroffen und konnten so das Spiel schnell für uns entscheiden. In der zweiten Halbzeit hatte Lok ganz einfach und strukturiert gespielt mit langen Bällen nach vorne und zwei kopfballstarken Stürmern. Wir hatten daraufhin etwas umgestellt und waren dann stabiler. […] Danke auch an die Lok Fans, dass macht riesigen Spaß bei der Stimmung  […] Wir hatten uns vor 5 Wochen 50 Punkte als Ziel gesetzt. Das haben wir jetzt schon erreicht. Und nun wir wollen naürlich auch die anderen beiden Spiele noch erfolgreich bestreiten. “

Heiko Scholz, Cheftrainer Lokomotive Leipzig: „Heute wollten wir uns beweisen bei einer Spitzenmannschaft. Die Platzverhältnisse waren nicht die besten, aber der BAK hatte gezeigt, wie man mit Einstellung und fußballerischer Klasse diesen Platz bespielen kann. Die ersten 10-11 Minuten waren in Ordnung. Wir hatten die erste Chance und wenn Lorincak das Ding reinhaut, dann weiß man, wie es dann weiter geht. Danach wurden wir gnadenlos bestraft. Jede Chance war ein Tor. In der Halbzeit hatten wir uns sortiert und auch taktisch umgestellt. Da hatten wir uns auch gesagt, dieses Ergebnis können wir vor den 100-200 mitgereisten Fans so nicht stehen lassen. Da haben wir von der Moral her noch das Beste draus gemacht.“

Text: Jan Sawicki
Foto: Mehmet Dedeoglu