Heimspiel-Vorschau: BAK 07 gegen BFC Dynamo

Da sind wir auch schon im letzten Heimspiel der Saison. Der Spielplangott bzw. der Spieltagsverlegungshilfsgott wollte es so, dass es ausgerechnet noch mal einen Knaller zum Abschluss gibt. It’s Derby Time! Gegner ist der BFC Dynamo. Es ist nicht nur ein Derby, sondern ein echtes Spitzenspiel. Der Vierte trifft auf den Dritten. Mit einem Sieg können die BAKler sogar an ihrem Gegner vorbeiziehen, was vor einigen Wochen noch undenkbar war.

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Der Gegner:
Name: BFC Dynamo Berlin
Gründung: 15.1.1966
Farben: Weinrot-Weiß
Webseite: http://bfc.com
Trainer:  René Rydlewicz
Erfolge vor 1989: 10-Mal DDR Meister,3-Mal Pokalsieger
Erfolge ab 1989: Berliner Meister 2004, Berliner Pokalsieger: 5-Mal, Aufstieg in die Regionalliga: 2014
Direktbilanz: 7-3-3

So lief das Hinspiel:

Vor gut gefüllter Kulisse entwickelte sich im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark ein rasantes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Doch in der Anfangsviertelstunde vertändelten die Akteure eins ums andere Mal. So musste in der 17. Minute eine Freistoß herhalten, welcher das 0:1 und die Führung für den BAK bedeutete. Der Ex-BFCler Yildirim hämmerte den Ball an die Unterkante der Latte von wo er unhaltbar ins Tor prallte. Durch den Rückstand angestachelt wurde Dynamo stärker. Erst kurz vor dem Pausenpfiff fiel der Ausgleich. Nach einem Foul im Strafraum gab es Elfmeter, welcher der Dynamo-Goalgetter Dadashov souverän verwandelte.

Auch in der zweiten Halbzeit blieb das Spiel auf hohem Niveau. Es gab zahlreiche Chancen, eine davon nutzte dann das BAK Kopfball Ungeheuer Felix Brügmann. Nach einem missglückten Befreiungsschlag des BFC kam der Ball postwendend zurück in den Strafraum gesegelt auf den freien Brügmann der mit einem Flugkopfball die Kirsche im Kasten des BFC unterbrachte. Danach bemühte sich der BFC zwar um den Ausgleich, musste am Ende aber froh sein, nicht noch ein drittes Tor zu kassieren. Die zahlreichen Konter der BAKler blieben ungenutzt.

Der Trainer des Gegners:

René Rydlewicz ist eine weitere dieser Spielerlegenden des Ostens, der Trainer in der Regionalliga Nordost ist. Angefangen hat alles bei BFC Dynamo. Eines wird ihm keiner mehr nehmen können, René wurde mit 16 Jahren der jüngste Spieler, der je in der DDR Oberliga aufgelaufen ist. Damals wurde er auch mit der DDR-Auswahl Jugend Vize-Europameister. Im Zuge der Grenzöffnungen zog es auch ihn ins Calmundsche Leverkusen wo er mit 19 Jahren sein Bundesligadebüt gab. Über die Stationen 1860 München und wieder Leverkusen landete er bei Arminia Bielefeld, wo er in 69 Bundesligaspielen nicht nur zu einem Publikumsliebling wurde, sondern auch 5 Treffer erzielte. Danach wechselte er zu Hansa Rostock, wo er seine längste Zeit verbrachte. Am 10.5.2008 absolvierte er hier mit Hansa sein letztes Bundesligaspiel, was ihm zum letzten Spieler machte, welcher noch in der DDR Oberliga gekickt hatte. Nachdem er bei Hansa keinen Vertrag mehr erhielt, ließ er seine Karriere als Spielertrainer bei Anker Wismar ausklingen. Nach seiner aktiven Karriere erwarb Rydlewicz die Trainer A-Lizenz und war Co-Trainer bei Energie Cottbus, am letzten Spieltag 2016 sogar einmal Cheftrainer. Danach ging es zu seinem Jugendverein BFC Dynamo zurück, wo er gerade seinen zweijährigen Einstand feierte. Hermann Gerland, sein Trainer bei Arminia Bielefeld, hatte einmal gesagt, mit seinem Talent hätte er bei Real Madrid spielen können. Bekannt war er als Flankengott und guter Freistoßschütze.

Der Torjäger des Gegners:

Rufat Dadashov hat unglaubliche 25 Tore in dieser Saison geschossen. Jetzt die traurige Nachricht für alle die guten Fußball lieben, aber gleichzeitig die gute für die Abwehr des BAK. Rufat hat einen Innenbandriss im Knie und kann deshalb in dieser Saison kein Spiel mehr bestreiten. Der ehemalige aserbaidschanische Nationalspieler begann seine Karriere in Deutschland eher im Süden, bis er seine Leidenschaft für die Regionalliga Nordost entdeckte. Über Germania Halberstadt und den ZFC Meuselwitz landete er beim BFC, dabei scorte er immer zweistellig. Aber auch hier wird er seine Zelte nach der Saison abbrechen. Diesmal zieht es ihn eine Liga höher, Preußen Münster hat ihn für die 3.Liga verpflichtet.

Der Veteran:

Der zweiterfolgreichste Torschütze wird aber auflaufen können. Matthias Steinborn hat insgesamt schon 16-mal getroffen. Zusammen haben Dadashov und er also fast zwei Drittel aller BFC Tore geschossen. Es ist schon sein zweiter Aufenthalt bei Dynamo. Schon von 2008 bis 2013 spielte er hier. Dann wechselte er nach Magdeburg, kam aber nach zwei Jahren wieder näher an seine Berliner Heimat und spielte in Babelsberg, von wo er zu dieser Saison wieder zum BFC wechselte. Im besten Fußballalter von 29 ist dies nun seine erfolgreichste Saison. Die 16 Tore sind jetzt schon persönlicher Rekord.

Warum sich das ansehen?

Eigentlich ist die Frage rhetorisch. Es ist das letzte Heimspiel, ein Spitzenspiel UND zusätzlich noch ein Derby! Beide Mannschaften haben nichts mehr zu verlieren und können Vollgas-Fußball spielen. Gelingt es dem BAK weiter ein Angstgegner der BFCler zu sein? Oder kann sich der BFC für die knappe Hinspiel-Niederlage revanchieren? Am Mittwochabend wissen wir mehr.

Text: Jan Sawicki
Foto: Mehmet Dedeoglu