Heimspiel-Vorschau: BAK 07 gegen Lokomotive Leipzig

Mit riesen Schritten geht es Richtung Sommerpause. Doch  bevor es soweit ist steht nochmal eine englische Woche an mit zwei Mega-Heimspielen. Den Anfang macht das Heimspiel am Sonntag gegen den 1.FC Lok Leipzig (6. Mai, Anstoß um 13:30 Uhr im Poststadion). Auch hier gilt es eine Hinspiel-Niederlage wettzumachen und den dritten Tabellenplatz gegen einen direkten Verfolger zu verteidigen.

Ihre kleine Formkrise haben die BAKler kurzerhand weggefegt, mit einem hochverdienten aber auch mühsamen 1:0 über Neustrelitz und einem überzeugenden 4:1 bei der zweiten Mannschaft von Hertha BSC. Wir sollten vor der Lok gewarnt sein: Leipzig packte unter der Woche den ICE aus und filetierte Neustrelitz kurzerhand mit 7:0!

BAK CHEFTRAINER MARKUS ZSCHIESCHE
„Lok ist eine sehr robuste Mannschaft mit einem klaren Plan. Sie haben ein gewisses Tempo auf den Außenbahnen und auch die gewisse Wucht bei Standardsituationen. Taktisch sind sie relativ gut aufgestellt. Es ist nicht überraschend, dass sie da oben in der Tabelle stehen – im Gegensatz zu uns.“

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Der Gegner:
Name: 1.FC Lokomotive Leipzig
Cheftrainer: Heiko Scholz
Gründung: 10.12.2003 (Neugründung)
Farben: Blau-Gelb
Homepage: http://www.lok-leipzig.com/start/
Erfolge:  Meister der Oberliga Nordost (2015/16), Aufstieg in die Regionalliga Nordost (2010/11,2015/16, Sachsenpokalfinalist 2016/17
Direktbilanz: 3-2-2

So lief das Hinspiel:

Das Hinspiel endete für den BAK mit einer 1:3 Niederlage. Das Ergebnis täuscht etwas über das wahre Spielgeschehen hinweg. Nach zähem Beginn ging urplötzlich Leipzig nach einem Standard in Führung. Durch den Rückstand angestachelt, gaben die BAKler Gas und kamen durch den Ex –Leipziger und BAK Goalgetter Felix Brügmann zum Ausgleich. Danach war der BAK die spielbestimmende Mannschaft und wäre auch fast in Führung gegangen, doch Pekdemirs Schuss wurde von der Linie gekratzt. Nach Ansicht der Fernsehaufzeichnungen erst hinter der Linie. 

Auch im zweiten Durchgang drängten wir auf die Führung. Doch der Ball wollte nicht über die Linie. Besser machte es die Lokomotive. Nach einem weiteren Standard gingen sie 2:1 in Front. Als dann der BAK alles nach vorne schmeißen wollte, passierte ein Fehler im Spielaufbau, diesen nutzten die Sachsen eiskalt aus zum 3:1.

Der Trainer des Gegners:

Trainiert werden die Leipziger von einer Legende des Ostfußballs und insbesondere Leipzigs. Heiko Scholz wurde 1966 in Görlitz geboren und begann seine Profi Spieler Karriere bei Chemie Leipzig, bevor es zum Vorgängerverein seiner heutigen Mannschaft kam. Bevor es nach der Wende in den Westen ging, kickte er noch für Dynamo Dresden. Im Zuge des Calmundschen Einkaufswahns im Osten kam er 1992 nach Leverkusen  und blieb dort vier Jahre. Dann ging es über die Stationen Werder Bremen, Fortuna Köln und Wattenscheid 09 zurück nach Dresden zum SC, hier beendete  er seine erfolgreiche Karriere. Scholz ist einer von nur 14 Spielern, die das letzte Länderspiel einer DDR Auswahl bestritten haben. Da er auch einen Einsatz im DFB Team hatte, schaffte er das Kunststück für beide Deutschen Nationalmannschaften aufzulaufen.

Seine Trainerkarriere begann er beim MSV Duisburg und war dort der ewige Assistent, der auch zweimal kurz Interims-Cheftrainer war. Nachdem er dort etwas unschön seinen Job verlor, ging es über Windeck und Viktoria Köln,  2013 zu Lok Leipzig. Seine fünf Jahre waren ein Auf und Ab. Er stieg mit den Leipzigern in die Oberliga ab, schaffte aber zwei Jahre später den Wiederaufstieg und etablierte sich in der oberen Tabellenhälfte.

Der „Torjäger“:

Dank des kürzlichen 7:0 Sieges über Neustrelitz, hat Lok Leipzig jetzt zwei Zweistellige in ihren Reihen. Paul Maurer traf einmal und erhöhte somit sein Konto auf 10. Der bald 22-jährige Stürmer begann seine Karriere bei Energie Cottbus, bestritt für die erste Mannschaft allerdings nur ein Spiel. 2016 dann der Wechsel nach Leipzig, wo er dieses Jahr seine torreichste Saison durchlebt, u.a. ist er ein hervorragender Freistoßschütze.

Der zweite 10-Tore-Spieler ist der Deutsch-Algerier Djamal Ziane.  Er ist nun in seinem fünften Jahr in Leipzig und hat sich hier zur Lebensversicherung aka Tormaschine entwickelt. Gegen Neustrelitz traf er unlängst dreimal. Im dritten Jahr in Folge hat er nun ein zweistelliges Torekonto vorzuweisen. 

Am meisten getroffen hatte er vor zwei Jahren, nämlich 19 mal, damals allerdings noch in der Oberliga.  Dass er es auch eine Liga höher kann beweisen seine 10 Tore letztes und dieses Jahr. Und die Saison ist ja noch nicht zu Ende.

Der Legendensohn:

Im Tor der Leipziger steht mit Benjamin Kirsten der Sohn des ehemaligen Bundesligatorschützenkönigs Ulf Kirsten. Der Goalgetter-Vater beendete seine Karriere bei Bayer Leverkusen, Sohnemann Benjamin startete sie dort indem er alle Jugendteams durchlief und auch in der zweiten Mannschaft eingesetzt wurde. Danach landete er bei Dynamo Dresden. Hier war Kirsten als zweiter Torwart für die zweite Mannschaft eingeplant, spielte aber auch häufiger im Sturm. Dann wurde er etwas überraschend Stammtorhüter der ersten Mannschaft. Mit Dynamo stieg er in die zweite Bundesliga auf, wurde hier sogar 2012/13 laut Kicker notenbester Spieler. In der darauffolgenden Saison stieg er mit Dynamo wieder ab, spielte noch die Drittliga-Saison. Dresden ließ den Vertrag auslaufen und Kirsten war vereinslos. Über den Umweg der Niederländischen Liga landete er schließlich im November 2016 bei Lok Leipzig.

Warum sich das ansehen?

Leipzig ist für seine auswärts mitreisenden Fans bekannt. Es wird also ordentlich Stimmung sein im altehrwürdigen Poststadion. Beide Mannschaften präsentieren sich in einer guten Form, es geht um nichts mehr, also darf man ein flottes und schnelles Spiel erwarten. Die Sommerpause rückt näher, es ist die vorletzte Gelegenheit den BAK zu Hause zu sehen.

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Text: Jan Sawicki
Foto: Mehmet Dedeoglu