Kühn rettet BAK den Sieg – 1:0 gegen Erfurt

Vor einer ordentlichen Kulisse von 1.316 Zuschauern im Poststadion sahen die Betrachter relativ ereignislose erste zehn Minuten. In der 15. Spielminute näherten sich die Gäste aus Erfurt dann das erste Mal gefährlich dem Tor des BAK. Daniel Reichenberger zog über die rechte Seite in den Strafraum und versuchte sich mit einem Torschuss. Seinen Versuch konnte Kühn im Tor der Hausherren jedoch parieren. Nur drei Minuten später kam Sturm-Neuzugang und Ex-Babelsberger Andis Shala im Strafraum des BAK zu einer Kopfballchance. Sein Versuch ging allerdings über den Kasten. Grade als es danach aussah, als ob Erfurt der Führung näher war als der BAK, musste RWE-Keeper Cichos hinter sich greifen. Kapitän Tunay Deniz fasste sich aus knapp 22 Metern ein Herz und zog einfach mal ab. Ein RWE-Spieler touchierte den Ball und lenkte das Leder so unhaltbar in die Maschen  – 1:0 für den BAK (18.)! Von dort an wurde der BAK zunehmend stärker und übernahm die Spielkontrolle. Vor allem über Sturmtank Abu Bakarr Kargbo ging viel. Der Mann mit der Nummer elf machte immer wieder Bälle fest und suchte den Torabschluss. Das Groß der Offensivaktionen waren nun auf der Seiten des BAK. In der 40. Minute hätte zudem eine kleine Unsicherheit von Cichon fast für das 2:0 gesorgt, als der Keeper am Ball vorbei sprang. So ging es, in einer körperbetonten Partie mit vielen härteren Zweikämpfen, mit einer 1:0-Halbzeitführung für die Berliner in die Kabine.

Im zweiten Spielabschnitt lebte die Partie über weite Strecken von der Spannung und immer wieder hochkochenden Emotionen. So wurde RWE-Trainer Brdaric zehn Minuten nach Wiederanpfiff von Schiedsrichter Felix Burghardt ermahnt, da er seine Coaching-Zone verlassen hatte um lautstark seine Meinung mitzuteilen. Zudem gab es einen kleineren Disput zwischen dem RWE-Trainerstab und BAK-Coach Parlatan. Auf dem Feld spielte sich dagegen noch nicht sonderlich viel ab, immer wieder verhinderten Abseits-Pfiffe oder Ungenauigkeiten hochkarätigere Torchancen.  Die erste gute Gelegenheit des zweiten Spielabschnitts hatte der Athletik Klub nach 65 gespielten Minuten. Eine Flanke fand Tunay Deniz am zweiten Pfosten, der den Ball wiederum direkt verarbeitete und Volley abzog. Der Schuss flog jedoch über das Tor der Gäste hinweg. Kurz darauf war es der an diesem Tag auffällige Kargbo, der zum wiederholten Male, aus ähnlicher Position wie zuvor Deniz, knapp scheiterte. Die Erfurter waren in dieser Phase zwar bemüht, viel Zählbares sprang aber nicht dabei heraus. Stattdessen wurde das Team von Brdaric eine Viertelstunde vor Schluss beinahe entscheidend ausgekontert. Der eingewechselte Iraqi wurde mit einem Steilpass geschickt, zögerte aber einen Tick zu lange und wurde in letzter Sekunde abgegrätscht. Diese vergebene Chance wurde fast bestraft. Nach einem Foul am ehemaligen BAK-Akteur Tobias Hasse im Strafraum des BAK, zeigte der Unparteiische zu Gunsten der Gäste auf den Punkt. Torjäger Shala schnappte sich den Ball und trat an. Shala wählte die aus seiner Sicht untere rechte Ecke und scheiterte somit am glänzend parierenden Kühn, der die Ecke geahnt hatte. RWE steckte jedoch nicht auf und kam immer wieder durch hohe Hereingaben und Ecken in die Nähe eines Torabschlusses. Der BAK verteidigte doch gut und leidenschaftlich, sodass die Null am Ende stand. Dies war gleichbedeutend mit dem ersten Heimsieg für den BAK in der aktuellen Spielzeit.

 

Trainerstimmen:

Brdaric: Wenn man 0:1 verliert, dann verliert man in der Regel verdient. Der BAK hat heute einfach gut verteidigt und uns das Leben schwer gemacht. Das ist natürlich bitter für uns da wir eine sehr gute Trainingswoche hatten, in der sich einige Jungs aufgedrängt haben. Wir sind mit der Überzeugung hier angereist, etwas zählbares mitzunehmen. Das hat jetzt leider nicht geklappt. Natürlich ist die Niederlage angesichts der vielen ungenutzten Chancen und dem nicht verwandelten Elfmeter doppelt ärgerlich. Der Schiedsrichter hat mit einigen falschen und kleinlichen Entscheidungen leider auch, aus unserer Sicht, negativ ins Spielgeschehen eingegriffen. Das sollen aber alles keine Ausreden sein. Wir müssen uns jetzt den Mund abputzen und wollen gegen Bautzen unbedingt die drei Punkte holen.

Parlatan: Natürlich sind wir sehr glücklich über den heutigen Dreier und unseren ersten Heimsieg der Saison. Ganz klar hat uns Pascal Kühn durch den gehaltenen Elfmeter heute die drei Punkte gerettet. Das freut mich sehr für Pascal, der mit seinen jungen Jahren schon eine Menge Verantwortung übernehmen muss und in große Fußstapfen getreten ist. Alles in allem bin ich aber auch im Ganzen sehr stolz auf meine Mannschaft, auch wenn wir es in der zweiten Halbzeit leider nicht mehr so gut gemacht haben. In erster Linie müssen wir einfach lernen, geduldiger zu sein und immer an uns zu glauben. Natürlich war der Zeitpunkt der Führung für uns ideal zudem war heute das Quentchen Glück einfach auf unserer Seite.