Poststadion Berlin

Das Poststadion ist ein Sportstadion in der Lehrter Straße 59 im Berliner Ortsteil Moabit und seit dem 30. April 1990 als Baudenkmal ausgezeichnet. Es grenzt an den Fritz-Schloß-Park.
Das Stadion entstand für den Postsportverein e.V. im Auftrag der Reichspostverwaltung auf dem Gelände des ehemaligen Exerzierplatzes der Garde-Ulanen unweit des Lehrter Stadtbahnhofs.
Die Anlage wurde nach den Plänen des Architekten Georg Demmler zwischen 1926 und 1929 geschaffen. Das große Wettkampfstadion mit Tribünengebäude für ursprünglich 35.000 Zuschauer war von zehn Tennisplätzen, einem Tennisstadion, vier Fußballplätzen, einer Schwimm- und Ruderhalle und einem Sommerbad umgeben. Die Einweihung der Hauptanlage fand am 28. und 29. Mai 1929 statt.
Teile des Stadions wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört und bereits 1945 weitgehend wieder aufgebaut, sodass der Spielbetrieb im Sommer 1945 wieder aufgenommen und das Freibad am 19. August 1945 wiedereröffnet werden konnte. Das in moderner Bauweise wiederaufgebaute Hallenbad wurde 1984 geschlossen und danach zu einer Turnhalle umgebaut.
Die Sportanlage wird heute vom Bezirksamt Tiergarten verwaltet und besteht im Wesentlichen aus zwei Großfeldern mit Naturrasen, drei Großfeldern mit Kunstrasen, einem Kleinspielfeld mit Kunstrasen, zwei Leichtathletikanlagen, einer Sporthalle, einer Rudersimultananlage und einer Rollschuhbahn. Im Jahr 2003 wurde begonnen, das Stadion mit der Hilfe von arbeitslosen Jugendlichen zu sanieren.
So gibt es seit 2005 eine Kunststofflaufbahn. Im Juli 2007 wurde die erste Phase der Umbauarbeiten abgeschlossen. Die Haupttribüne ist noch nicht wieder nutzbar, auf der Gegengerade wurden jedoch 2.200 neue Sitzschalen angebracht. Langfristig soll das Stadion die Kriterien für die Regionalliga erfüllen und eine Kapazität von 10.000 Plätzen aufweisen, 2008 sollten die Kurvenbereiche saniert werden.

Im Poststadion fanden besonders in den 1920er- und 1930er-Jahren viele Fußballspiele von überregionaler Bedeutung statt. 1934 trugen im Poststadion der FC Schalke 04 und der 1. FC Nürnberg vor 45.000 Zuschauern das deutsche Fußball-Endspiel aus und 1936 wurde der 1. FC Nürnberg Deutscher Meister im Finale gegen Fortuna Düsseldorf. Berliner Vereine trugen ihre Spiele der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft aus, so Union Oberschöneweide, Hertha BSC, der Berliner SV 92, Blau-Weiß 90 und der BSC Kickers 1900. Das Poststadion löste damit das Grunewaldstadion ab, wo die Endspiele 1922, 1923, 1924 und 1927 ausgetragen worden waren. Nach dem Bau des Olympiastadions an der Stelle des Grunewaldstadions für die Olympischen Sommerspiele 1936 verlor das Poststadion seine Rolle als wichtigste Berliner Sportstätte. Alle Endspiele von 1937 bis 1944 sowie sechs Finals in den 1950er- und 1960er-Jahren fanden im Olympiastadion statt. Einen Tag vor dem Finale 1943 im Olympiastadion wurde das Spiel um Platz drei im Poststadion ausgetragen.
Die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft trug mehrere Spiele im Poststadion aus. Unter anderem spielte sie hier 1930 vor 50.000 Zuschauern 3:3 gegen England, wobei Richard Hofmann drei Tore schoss. Bei den Olympischen Spielen 1936 fanden hier die Vorrundenspiele der Fußballer statt. Beim Spiel der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Norwegen am 7. August 1936 wurde mit 55.000 Besuchern ein Zuschauerrekord in dem nunmehr erweiterten Stadion aufgestellt. Die deutsche Mannschaft verlor dabei unter den Augen der gesamten Führung des Dritten Reichs mit 0:2 und beraubte sich selbst aller Medaillenchancen. Dies war das letzte Länderspiel unter der Leitung des Reichstrainers Otto Nerz, dessen Nachfolger Sepp Herberger wurde. Das letzte Länderspiel in Berlin vor der Eröffnung des Olympiastadions gewann Deutschland 1933 vor 32 000 Zuschauern im Poststadion gegen Polen mit 1:0.
Als Hertha BSC in den 1980er-Jahren in die drittklassige Oberliga abstieg, trug der Verein seine Spiele im Poststadion aus. Auch für einige Heimspiele der Zweitligasaison 1988/1989 wich die Hertha aufgrund des mangelnden Zuschauerinteresses in das Poststadion aus.
Am 7. Juli 1935 wurde das Stadion zur Boxarena, als Max Schmeling gegen Paolino Uzcudun kämpfte.
Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Poststadion
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